Spezialitäten des Hauses

Hier finden Sie eine Auswahl unserer Lieblings-Backwaren mit ihren besonderen

Geschichten und Bildern.

Den Anfang machen unsere Gründonnerstagskringel, welche wir auch die Juroren bei "Deutschlands beste Bäcker" haben probieren lassen. Zu sehen waren wir und die Gründonnerstagskringel am 16. Oktober 2014 um 15.05 Uhr im ZDF. 

Die Geschichte vom Gründonnerstags-Kringel - Ein Gebäck mit Tradition, ein Osterbrauch mit Folgen: Nach „56 Jahren Nein“ für „1 Woche Ja“

Artikel Badisches Tagblatt vom Samstag den 23.04.2011 von Margrit Haller-Reif

 

Er und seine „Artgenossen“ sind weit gereiste Teilchen. „Sie kommen in ganz Deutschland ’rum“, erzählt Chefin Sibylle, die es wissen muss, weil sie maßgeblich für ihren Vertrieb verantwortlich ist. „Sie waren und sind bis heute der Renner in unserem Geschäft.“ In Ausnahmefällen fliegen sie gar bis nach Indien zu einer großen Hochzeit oder nach Australien mit in den Urlaub. Auch werden sie von Eltern zu den erwachsenen Kindern nach England oder Frankreich exportiert. Sie passen nämlich gut ins Handgepäck, wollen der Frische wegen aber sachgerecht verpackt sein. Leichtgewichte in Teigform, wiegen sie gebacken rund 85 schmackhafte Gramm. Die Prachtteilchen sind brezelig verschlungen geformt und stets mit Rosinen und Hagelzucker bestreut – so und nicht anders sehen Gründonnerstags-Kringel aus. 

 

Das Rezept verraten Sibylle und Walter Liedtke wohlweislich nicht. Nur, dass es ein alt überliefertes ist, das nun schon in der zweiten Liedtke-Generation zu Ehren kommt und mit Sohn Maximilian in zwei Jahren an die dritte weitergegeben wird. Denn Tradition wird bei der Bäckerfamilie Liedtke aus Bad Rotenfels hochgehalten, nicht nur beim Gründonnerstags-Kringel, sondern auch beim Bäckerhandwerk. An seinem 70. Geburtstag hat Hans Liedtke die Bäckerei an seinen Sohn Walter übergeben, so wie es Vater Walter bei Sohn „Max“ handhaben wird. 

 

„Ein Historiengebäck“, nennt Walter Liedtke schmunzelnd die speziellen Produkte aus seiner Handwerksbäckerei. Schon in der westpreußischen Heimat seiner Eltern, Grete und Hans Liedtke, war das traditionell zum Gründonnerstag gebackene Teilchen sehr beliebt. Der Zweite Weltkrieg, Flucht und wirtschaftliche Not machten indes jeden Gedanken an die „kostbare“ Köstlichkeit vergessen. Im Mai 1953 übernahmen Grete und Hans Liedtke das ehemalige Café Platten samt Bäckerei. Ein Jahr später war der Gründonnerstags-Kringel in Bad Rotenfels eingeführt.

 

Ein vergessener Schlüssel im Fasching 1967 war der Glücksbringer für Sibylle und Walter. Spielte doch Sibylles Vater als Akkordeonist der Unterhaltungskapelle „Renz“ bei den Tanzabenden im Café auf. Seit 1969 führen sie die Bäckerei und damit auch den Osterbrauch fort. Bald waren Nachfrage und Kundenwünsche dermaßen vehement, dass die Liedtkes nicht umhin kamen, die Produktion auf zirka sechs Wochen rund um Ostern auszudehnen. „Weitere Zugeständnisse wollten wir nicht machen“, so Sibylle Liedtke, „es ist ein traditionelles Ostergebäck, und so soll es bleiben.“ 

 

Keine Regel ohne Ausnahme: Auf „56 Jahre Nein“ folgte Ende Oktober 2010 „1 Woche Ja“. Weil Barbara Bartels, eine hartnäckige Ärztin aus Frankfurt, ihren 88-jährigen ostpreußischen Vater anlässlich einer Familienfeier noch einmal mit seinen geliebten Gründonnerstags-Kringeln beglücken wollte. Sie hatte lange nach der süßen Spezialität geforscht und war beim Googeln über den Tourismus Zweckverband „Im Tal der Murg“ unter „regionale Spezialitäten“ fündig geworden. Ein „sehr langes“ Telefonat, bei dem eine Tochter mit viel Liebe von ihrem Vater erzählte, war die Folge. „Sie hat mich schließlich weich geklopft“, bekennt Sibylle Liedtke lächelnd. Und so machten sich bald 30 frisch gebackene Gründonnerstags-Kringel auf den Weg, eigens von der Tochter abgeholt und von Frankfurt nach Göttingen weiter transportiert. Der alte Herr rief nach der „Glücksüberraschung“ umgehend an, um sich überschwänglich zu bedanken: „Vor Entzücken und Schreck hat es mich gesetzt.“ „Mir ging das Herz auf bei dieser Geschichte“, sagt Sibylle Liedtke schlicht.

 

Heute feiert Walter Liedtke seinen 68. Geburtstag im Kreise seiner Familie. Die beiden Töchter mit Ehemännern, Sohn „Max“, drei Enkel und drei Neffen-Ziehsöhne, die das Bäckerhandwerk im Hause Liedtke erlernten, werden selbstredend mit von der Partie sein. Wurden für sie zum Osterwochenende ein paar der süßen Teilchen aufbewahrt? „Ja, natürlich“, lacht Sibylle Liedtke in ihrer offenen, warmherzigen Art, „aus unserem Familienleben sind die Gründonnerstags-Kringel nicht wegzudenken.“

Unser Brühnlie-Brot

Seit Herbst 2013 bieten wir in der Maronen Zeit zusätzlich zu unserem regulärem Brot Sortiment das Brühnlie-Brot an.

Ein herzhaftes Weizenmischbrot mit Maronen verfeinert. Die Namenswahl fiel hier nicht schwer: Meine Frau Rebekka liebt Maronen und da sie bei unserer Hochzeit im August ihren Mädchennamen "Bruhn" abgegeben hat und ich sie immer Brühnlie nenne, haben wir das Brot kurzerhand nach ihr benannt.

 

Wir hoffen Ihnen schmeckt das Brot genauso gut wie uns!

Weitere Liedtke-Spezialitäten folgen...

© 2019 Bäckerei Liedtke